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„Jungs erreichen“ ein Projekt mit allen Jungen der Rubingruppe

Ende letzten Jahres durfte ich, Pia, eine Fortbildung zum Thema Jungenarbeit besuchen. Dabei ging es vor allem um die fachliche Auseinandersetzung der Erzieherin mit ihrem Blick und  ihren Umgang mit Jungen.
Mit einem Koffer voller Inspirationen kam ich nun zurück in die Kita und startete ein Projekt für und mit den Jungen meiner Rubingruppe.
Vor allem durfte ich aus der Fortbildung mitnehmen, den Jungen mal nicht das „Typische“ anzubieten. Natürlich kein Fußballturnier oder ein Werkprojekt mit ihnen zu starten.
Vielmehr sollte es etwas sein, womit Jungen nicht so häufig konfrontiert werden.


Nach einer Beobachtungsphase bemerkte ich, dass die Jungen häufig wilde Tiere nachspielten, wo es zu Schaukämpfen aus der die ein oder anderen Verletzung kam. Dazu  entwickelte ich erste Projektziele.
Die Jungen sollten in meinem Projekt ihre Gefühle verbalisieren und es schaffen anderen Kindern Grenzen zu setzen. Ich möchte, dass die Jungen lernen sich selbst und andere wahrzunehmen und erkennen, wann sich ein Mensch wie fühlt.
So viel zur Theorie…


Anfang Februar starteten wir im „Dschungel“. Jedes Kind durfte in der abgedunkelten Turnhalle, in der es Dschungelsounds im Hintergrund zu hören gab, ein wildes Tier sein.
Wir besprachen gemeinsame Regeln für einen Kampf zwischen zwei Kindern. Für die Schaukämpfe benötigten die Jungen Tiermasken.
In den nächsten Angeboten ging es ans Basteln. Im Gruppenalltag merkte ich oft, dass viele Jungen nicht so motiviert waren etwas auszuschneiden oder zu malen. Ich war überrascht über die hochmotivierten Jungen, die über eine Stunde an einem Bastelwerk - ihrer Tiermaske - saßen.

Welche Gefühle können Tiere eigentlich haben und wie sehen sie dann aus?
Mit diesen Fragen beschäftigten wir uns bei den nächsten Projekttreffen.
Wir bemerkten, dass es gar nicht so einen großen Unterschied zu uns Menschen gibt.
Nach und nach entfernten wir uns von den Tieren und kamen über die Kinder selbst zu sprechen.
Wie sehen sie aus, wenn sie sich traurig, wütend oder fröhlich fühlen?
Jeder Junge durfte eine Projektmappe anlegen in der er selbst vermerken konnte, in welchen Situationen er sich wie fühlt.

Dann starteten wir in die letzte Projektphase. Wir spielen Theater. Wir ahmen verschiedene Tiere und Menschen nach , die sich ganz unterschiedlich fühlen.
Das spannende hierbei zu beobachten ist, dass viele Jungen über sich hinauswachsen und immer mutiger werden.